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DAS AKTUELLE THEMA

GESAMTSCHULE FÜR REHBURG-LOCCUM

Zu klein für eine neue IGS?

Gern wäre die Haupt- und Realschule Loccum im Kreis Nienburg eine Integrierte Gesamtschule (IGS) – doch die einzige weiterführende Schule in der 11.000-Einwohner-Gemeinde scheitert an starren Vorgaben aus Hannover.

Sie ist eine Schule in einem hellen, modernen Gebäude, mit nagelneuer Mensa – und sinkenden Schülerzahlen. „Zurzeit sind wir noch vierzügig, aber bald werden wir in einem Jahrgang nur noch zwei Realschulklassen und eine Hauptschulklasse haben“, sagt Jürgen Schulz, Leiter der Haupt- und Realschule Loccum im Kreis Nienburg. Gern wäre sie eine Integrierte Gesamtschule (IGS). „Es geht um unsere Zukunft“, sagt Schulz.

Das sieht auch der Bürgermeister von Rehburg-Loccum so. „Ein breites Bildungsangebot ist Standortsicherung“, betont Dieter Hüsemann (parteilos). Die Haupt- und Realschule ist die einzige weiterführende Schule in der 11.000-Einwohner-Gemeinde. Wer aufs Gymnasium gehen will, muss ins rund zehn Kilometer entfernte Stolzenau pendeln. Während am dortigen Gymnasium die Schülerzahlen von 990 im Jahr 2004 auf 1113 im laufenden Schuljahr gestiegen sind, bleiben immer weniger Jugendliche in Loccum. Die Zahl der Hauptschüler sank von 199 auf 147, die der Realschüler von 332 auf 296.

„Wir müssen uns gegen starke Konkurrenz von allen Seiten wehren“, sagt der Bürgermeister. Schüler würden ins nahe gelegene Wunstorf (Region Hannover) oder in den Kreis Schaumburg abwandern, wo drei neue Gesamtschulen entstehen. Denn die IGS Schaumburg in Stadthagen, bisher die einzige im Kreis, hat seit Jahren mehr als 500 Anmeldungen auf 112 Plätze. Doch die Pläne scheitern an den starren Vorgaben der Landesregierung. Eine neue Gesamtschule soll mindestens fünfzügig sein. „Dafür sind wir zu klein“, sagt Schulleiter Schulz.

„Loccum ist überall“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Jüttner, der mit der schulpolitischen Sprecherin Frauke Heiligenstadt am Freitag erst die IGS Schaumburg und dann die Haupt- und Realschule Loccum besucht hat. Gerade kleinere Städte könnten durch eine IGS, die bis zur 10. Klasse geht, die Schüler am Wohnort halten, sagt Jüttner. Für die Oberstufe seien dann Kooperationsmodelle auch mit weiter entfernt liegenden Gymnasien denkbar. Aber die Fünfzügigkeit mache Neugründungen von Gesamtschulen auf dem Land faktisch unmöglich, kritisiert Heiligenstadt. In der nächsten Woche berät der Landtag einen Gesetzentwurf der SPD, in dem die Abschaffung der Fünfzügigkeit gefordert wird.

Saskia Döhner, 20. März 2009

Quelle: http://www.goettinger-tageblatt.de/Nachrichten/Politik/Niedersachsen/Loccum-ist-zu-klein-fuer-eine-neue-IGS


Nähere Informationen zum Thema „Gesamtschule“ finden Sie im Zusammenhang mit dem Projekt „Rehburg-Loccum 2030“ unter www.rehburg-loccum-2030.

 

 

 

 

 

 

 

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